Mailchimp Preise 2026: Was kostet das bekannteste Newsletter-Tool?

26. März 2026 Sarah Weber 10 Min. Lesezeit Bewertung: 8,0 / 10

Mailchimp ist weltweit das bekannteste E-Mail-Marketing-Tool und hat mit seiner Namensgebung fast schon das gesamte Genre geprägt. Doch Bekanntheit und Preis-Leistungs-Verhältnis sind zweierlei Dinge. Gerade in den letzten Jahren haben zahlreiche Preiserhöhungen und Tarifumstellungen viele Nutzer überrascht. Auf dieser Seite analysieren wir alle vier Mailchimp-Tarife, zeigen Ihnen die tatsächlichen monatlichen Kosten bei verschiedenen Listengrößen und beleuchten, wann Mailchimp wirklich sinnvoll ist – und wann nicht.

Das Wichtigste auf einen Blick

Mailchimp bietet einen kostenlosen Tarif für bis zu 500 Kontakte und 1.000 E-Mails pro Monat. Der Essentials-Tarif beginnt bei 12 USD pro Monat (500 Kontakte), der Standard-Tarif bei 18 USD mit erweiterter Automation, der Premium-Tarif bei 333 USD pro Monat mit vollem Funktionsumfang. Preise werden in USD abgerechnet, was für europäische Nutzer Währungsrisiken mit sich bringt. Im Vergleich zu europäischen Alternativen wie Brevo oder MailerLite ist Mailchimp für die meisten Nutzer deutlich teurer – besonders bei wachsenden Listen. Der Hauptvorteil liegt in der Markenbekanntheit, dem umfangreichen Template-Angebot und der nahtlosen Integration in zahlreiche Drittanbieter-Tools.

Das Preismodell erklärt: Kontaktbasiert in USD

Mailchimp rechnet kontaktbasiert ab – je mehr Abonnenten in Ihrer Liste, desto höher der monatliche Preis. Die Abrechnung erfolgt ausschließlich in US-Dollar, was für europäische Nutzer neben dem eigentlichen Preis auch Wechselkursschwankungen und mögliche Auslandseinsatzgebühren bedeutet. Dieser Punkt wird von deutschen und österreichischen Nutzern regelmäßig als Nachteil benannt.

Hinzu kommt: Mailchimp zählt seit einer Umstellung aus dem Jahr 2022 auch abgemeldete Kontakte zur Gesamtzahl der gespeicherten Kontakte, solange diese nicht manuell archiviert werden. Das bedeutet, eine Liste mit 3.000 aktiven und 1.000 ausgetragenen Abonnenten zählt formal als 4.000-Kontakte-Liste – und wird entsprechend berechnet.

Wichtig zu wissen:

Mailchimp zählt seit 2022 abgemeldete Kontakte zur Kontaktgesamtzahl. Archivieren Sie regelmäßig inaktive Empfänger, um nicht unbeabsichtigt in eine höhere Preisstufe zu rutschen.

Alle Tarife im Überblick

Mailchimp bietet vier Tarifstufen an: Free, Essentials, Standard und Premium. Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Unterschiede für die Basisstufe mit 500 Kontakten.

Tarif Kontakte (Basis) E-Mails/Monat Preis/Monat (Basis) Highlights
Free bis 500 1.000 0 USD E-Mail-Versand, Grundvorlagen, Basisstatistiken, Mailchimp-Branding
Essentials Empfohlen ab 500 5× Kontaktlimit ab 12 USD Kein Branding, A/B-Tests, 3 Zielgruppen, E-Mail-Support
Standard ab 500 12× Kontaktlimit ab 18 USD Automation-Serien, Retargeting, dynamische Inhalte, Send-Time-Optimierung
Premium ab 10.000 15× Kontaktlimit ab 333 USD Unbegrenzte Zielgruppen, Telefon-Support, erweiterte Segmentierung, Multivariate Tests

Staffelpreise nach Kontaktanzahl

Der eigentliche Sticker Shock bei Mailchimp entsteht beim Blick auf die Staffelpreise. Was mit 12 USD anfängt, wächst mit jeder Kontaktstufe erheblich. Die folgende Tabelle zeigt die Preise für Essentials und Standard bei steigenden Listengrössen (Stand März 2026, Preise in USD).

Kontakte Free Essentials (mtl.) Standard (mtl.) Premium (mtl.)
bis 500 0 USD 12 USD 18 USD
bis 1.500 27 USD 38 USD
bis 2.500 37 USD 55 USD
bis 5.000 62 USD 90 USD
bis 10.000 110 USD 165 USD 333 USD
bis 25.000 230 USD 340 USD 499 USD
bis 50.000 385 USD 580 USD 699 USD

Besonders deutlich wird die Preissteigerung bei mittleren Listengrössen: Für 10.000 Kontakte zahlt man im Essentials-Tarif bereits 110 USD monatlich – deutlich mehr als bei europäischen Alternativen wie Brevo (ca. 69 EUR für vergleichbares Volumen) oder MailerLite.

Kostenloser Free-Tarif im Detail

Der Free-Tarif von Mailchimp erlaubt bis zu 500 Kontakte und 1.000 E-Mails pro Monat. Er eignet sich für absolute Einsteiger, die erst einmal das Interface kennenlernen möchten. Sobald die Liste wächst oder ein professioneller Auftritt gewünscht ist, ist ein Wechsel in den Essentials-Tarif notwendig.

Im Free-Tarif enthalten:
  • ✓ Bis zu 500 Kontakte
  • ✓ 1.000 E-Mails pro Monat
  • ✓ Drag-and-Drop-Editor
  • ✓ Vorgefertigte E-Mail-Vorlagen
  • ✓ Basisstatistiken
  • ✓ Eine Zielgruppe (Audience)
  • ✓ Anmeldeformulare
Im Free-Tarif NICHT enthalten:
  • ✗ Mailchimp-Branding in E-Mails
  • ✗ Kein E-Mail- oder Chat-Support
  • ✗ Kein A/B-Testing
  • ✗ Keine Marketing-Automation
  • ✗ Keine Retargeting-Anzeigen
  • ✗ Keine benutzerdefinierten Templates

Versteckte Kosten aufgedeckt

Mailchimp ist bekannt dafür, dass die Gesamtkosten im echten Einsatz höher ausfallen als der nominale Tarifpreis vermuten lässt.

Achtung: Diese Zusatzkosten kommen on top!
  • Abgemeldete Kontakte zählen mit: Wer nicht regelmäßig archiviert, zahlt schnell für mehr Kontakte als aktiv genutzt werden. Die Archivierung muss manuell oder per Automatisierung angestossen werden.
  • Währungsumrechnung: Alle Preise in USD – Wechselkursschwankungen und Auslandstransaktionsgebühren können die Gesamtkosten um 2–4 % erhöhen.
  • Mehrere Audiences: Im Essentials- und Standard-Tarif ist die Anzahl der Zielgruppen auf 3 begrenzt. Wer mehr benötigt, muss auf Premium upgraden.
  • Transaktionsmails: E-Commerce-Transaktionsmails (Bestellbestätigungen etc.) laufen über Mailchimp Transactional (ehemals Mandrill) und werden separat abgerechnet – ab ca. 20 USD pro 25.000 E-Mails.
  • Premium-Upgrade-Zwang: Bestimmte Funktionen wie unbegrenzte Segmentierung und Telefon-Support sind ausschließlich im Premium-Tarif verfügbar, was den Preis auf 333 USD plus skaliert.

Preisvergleich mit Wettbewerbern

Der folgende Vergleich zeigt die monatlichen Kosten für 5.000 Kontakte. Mailchimp-Preise wurden für den Vergleich zum aktuellen EUR/USD-Kurs (ca. 0,92) umgerechnet.

Tool Abrechnungsbasis Preis (5.000 Kontakte) Kostenlos-Tarif Bewertung
Mailchimp Kontaktanzahl 62 USD (ca. 57 EUR) Ja (500 Kontakte) 8,0 / 10
Brevo E-Mail-Volumen ca. 35 EUR Ja (300/Tag) 9,4 / 10
MailerLite Kontaktanzahl ca. 32 EUR Ja (1.000 Kontakte) 8,8 / 10
GetResponse Kontaktanzahl 54 EUR Ja (eingeschränkt) 9,0 / 10
CleverReach Kontaktanzahl 55 EUR Ja (250 Kontakte) 8,6 / 10

Der Vergleich ist eindeutig: Mailchimp ist für identische Kontaktzahlen in den meisten Szenarien teurer als die europäischen Alternativen. Bei 5.000 Kontakten zahlen Sie bei Mailchimp Essentials rund 57 EUR (umgerechnet), während Brevo für denselben Use-Case deutlich günstiger ist. Hinzu kommen die DSGVO-Risiken der Datenspeicherung auf US-Servern.

Für wen lohnt sich welcher Tarif?

Free – für den ersten Test

Der Free-Tarif eignet sich, wenn Sie Mailchimp unverbindlich ausprobieren möchten oder bereits ein kleines Publikum von unter 500 Personen haben und gelegentlich schreiben. Professionelle Newsletter-Versender kommen damit schnell an ihre Grenzen.

Essentials – für kleine bis mittelgroße Listen ohne Automation

Wer keine komplexen Automationen benötigt, aber kein Mailchimp-Branding möchte und E-Mail-Support schätzt, ist mit dem Essentials-Tarif gut bedient. Für bis zu 2.500 Kontakte ist der Preis noch vertretbar – ab 5.000 Kontakten wird es im Vergleich zu europäischen Anbietern teuer.

Standard – für ambitionierte E-Mail-Marketer mit Automation-Bedarf

Wer verhaltensbasierte Automationsserien, dynamische Inhalte und Send-Time-Optimierung benötigt, ist auf den Standard-Tarif angewiesen. Das Preisschild ist höher, aber der Funktionsumfang für E-Commerce-Anwender ist stark.

Premium – für Agenturen und Großunternehmen

Der Premium-Tarif ab 333 USD ist primär für Agenturen und Unternehmen mit mehreren Marken, großen Listen und Bedarf an Telefon-Support gedacht. Für die meisten KMUs ist er preislich nicht zu rechtfertigen.

Pro & Contra der Mailchimp-Preisgestaltung

Vorteile

  • Sehr bekannte Marke mit riesiger Community und umfangreicher Dokumentation
  • Umfangreiches Template-Angebot und fortgeschrittener Editor
  • Sehr gute Integrationen mit Drittanbieter-Tools (Shopify, WooCommerce, Salesforce u.v.m.)
  • Kostenloser Tarif bis 500 Kontakte vorhanden
  • Standard-Tarif mit starkem Automation-Funktionsumfang

Nachteile

  • Preise in USD – Wechselkursrisiko für europäische Nutzer
  • Abgemeldete Kontakte zählen zur Gesamtanzahl
  • Im Vergleich zu Brevo oder MailerLite deutlich teurer
  • Datenspeicherung auf US-Servern – DSGVO-Risiken
  • Support nur ab Essentials-Tarif per E-Mail
  • Telefonischer Support erst ab Premium (333 USD+)
  • Mehrere Audiences erst ab Premium unbegrenzt

Häufige Fragen zu Mailchimp Preisen

Ist Mailchimp wirklich kostenlos?

Ja, Mailchimp bietet einen dauerhaft kostenlosen Tarif für bis zu 500 Kontakte und 1.000 E-Mails pro Monat. Dieser Tarif enthält jedoch Mailchimp-Branding und bietet nur begrenzte Funktionen. Für professionellen Einsatz empfiehlt sich der kostenpflichtige Essentials-Tarif.

Warum sind Mailchimp-Preise in USD angegeben?

Mailchimp ist ein US-amerikanisches Unternehmen (Atlanta, Georgia) und rechnet in USD ab. Für europäische Kunden kommen je nach Kreditkarte Währungsumrechnungsgebühren hinzu. Wer Wert auf EUR-Abrechnung und EU-Datenhaltung legt, sollte europäische Alternativen wie Brevo oder CleverReach in Betracht ziehen.

Welcher Mailchimp-Tarif lohnt sich für kleine Unternehmen?

Für kleine Unternehmen mit bis zu 500 Kontakten ist der kostenlose Tarif ein guter Einstieg. Bei größeren Listen oder wenn kein Branding gewünscht ist, lohnt sich der Essentials-Tarif ab 12 USD/Monat. Der Standard-Tarif ab 18 USD bietet zusätzlich Marketing-Automation.

Fazit: Lohnt sich Mailchimp preislich wirklich?

Mailchimp war lange Zeit die erste Wahl für E-Mail-Marketing, hat aber in den letzten Jahren durch wiederholte Preiserhöhungen und die Abschaffung einiger zuvor kostenloser Funktionen viele Nutzer verprellt. Im Jahr 2026 ist Mailchimp für den Einstieg noch sinnvoll – insbesondere wegen der umfangreichen Integrationen und der riesigen Wissensbasis. Preislich ist es jedoch kaum zu rechtfertigen, wenn man direkte Alternativen wie Brevo oder MailerLite in Betracht zieht.

Besonders für europäische Nutzer empfehlen wir, die DSGVO-Situation sorgfältig zu prüfen. Datenspeicherung in den USA ist unter dem aktuellen EU-US-Datenschutzrahmen zwar grundsätzlich zulässig, aber nicht ohne Restrisiken – ein Punkt, den viele Datenschutzbeauftragte in Deutschland und Österreich kritisch sehen.

Unsere Empfehlung: Mailchimp für den Einstieg und zum Testen ja – als dauerhaftes Tool für skalende europäische Unternehmen besser auf DSGVO-konforme Alternativen setzen. Unsere Bewertung: 8,0 von 10 Punkten.

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Sarah Weber

Redakteurin für Tool-Tests, newsletter-tools.de

Sarah Weber testet und bewertet Newsletter-Tools seit mehr als fünf Jahren. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem Vergleich von Preis-Leistungs-Verhältnissen und der DSGVO-Konformität europäischer Anbieter. Sie hat selbst Erfahrung mit dem Aufbau und der Pflege von E-Mail-Listen in mehreren Branchen und kennt die praktischen Anforderungen an Newsletter-Software aus erster Hand.